St. Jakobus, Kempfing
Ein Kirchenbau in Kempfing ist bereits seit 1200 beurkundet. In diese romanische Zeit reicht
auch das heutige, dem hl. Jakobus dem Älteren geweihte Gotteshaus (verputzter Backsteinbau)
im wesentlichen zurück.
Der Sattelturm dürfte erst aus dem 15. Jahrhundert stammen und besitzt über den Schallöffnungen
ein deutsches Band als Verzierung. Er steht an der Nordostseite des Baues und dient zudem im
Erdgeschoss als Sakristei (mit sternförmigem Netzgewölbe ausgestattet). Das eingezogene,
quadratische Presbyterium ( mit rippenlosem Kreuzgratgewölbe) besitzt in der Ostwand noch ein
romanisches Rundbogenfenster, während die übrigen um 1700 modernisiert, d.h. stilgemäß
vergrößert wurden. Das Langhaus ist flach gedeckt. Auf dem sockelartigen Vorsprung unter dem
Chorbogen befindet sich eine 56 cm große sitzende Holzfigur im Apostelgewand aus der Zeit um 1450, die
in der Rechten ein geschlossenes Buch und in der Linken einen Gegenstand hält (Brot oder Rolle?,
im letzteren Fall wäre es die Darstellung des Kirchenpatrons).
Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1690, vielleicht vom erdinger Philipp Vogl. Der zweisäulige Aufbau
bietet im Mittelteil die Figuren der Muttergottes (mit Jesuskind und Zepter) im Strahlenkranz, zu Füßen
zwei Putten. Über dem Gebälk mit den gebrochenen Giebeln befindet sich im Auszug Gottvater
(Weltkugel, Zepter), links und rechts je eine Engelsfigur. Seitlich des Altaraufbaues stehen unter baldachinartigen
Anschwüngen auf Konsolen die Figuren der Heiligen Jakobus d.Ä. und Sebastian.
Der nördliche Seitenaltar (zweisäulig) stammt aus der Zeit um 1720 (Auszugsmedaillon Hl. Familie,
mit reichem Akanthus umrankt) zeigt das Verlöbnisbild der Filiale zur Muttergottes und Leonhard mit der
interessanten Darstellung der alten Pfarrkirche und dem erdinger Stadtturm.
An der Nordwand befindet sich aus der Zeit um 1520 stammende, 106 cm große Holzfigur der hl. Otilie, mit
beiden Händen ein Buch haltend, auf dem die Augen liegen.
An der Südwand wurden hinter Glas Druckblätter (aus der Zeit um 1700) aufgehängt, die von der
Missionsgeschichte der Jesuiten berichten. An Zinngerät sind Teller (mit der Erdinger Meistermarke AB) und
Leuchter (Erding, FS, Hirsch) vorhanden. Im Turm hängen zwei Glocken (f-g), die grössere wurde
1833 von Wolfgang Hubinger in München gegossen, die zweite Glocke stammt aud dem Jahre 1515 oder 1555.
Text von Georg Brenninger, Schröding