St. Georg, Oberding
Von der alten gotischen Georgskirche in Oberding ist uns neben einer Holzfigur des Kirchenpatrons
(um 1500) im spätgotischen Harnisch und Mantel, die Lanze mit beiden Händen dem Drachen
in den Rachen stoßend sowie einem etwas früher entstandenen Sandsteinrelief "Christus
am Ölberg" (65x45cm) nur der Turm erhalten geblieben. Er steht an der Südseite des Altarraumes
und ist mit Rundbogenblenden und Rundbogenfriesen reich geschmückt und trägt als
Abschluß den Spitzhelm über vier Giebeln.
Der jetzige Kirchenbau wurde 1702/03 durch den Erdinger Maurermeister Anton Kogler ausgeführt.
Es ist eine stattliche Saalanlage mit Pilastern an den Wänden, darüber eine Stichkappentonne.
1707 wurde die Kirche eingeweiht.
Die heutige Inneneinrichtung wurde ab 1770 aufgestellt. So 1770 der Hochaltar im Rokokostil, den der
Freisinger Kistler Anton Schäffler schuf und den zwei Jahre späterder ebenfalls aus Freising
stammende Maler Johann Deyrer fasste. Die zwei Statuen, die vier Engel, drei Altarkreuze, Kanontafel
und 24 Maikrüge lieferte der Erdinger Bildhauer Joseph Fröhlich. 1770 wurde auch die Kanzel
durch den Dorfener Schreiner Matthias Fackler aufgestellt, die zuvor in der Wallfahrtskirche Maria
Thalheim ihren Dienst tat (um 1740 aus der Zusammenarbeit der Erdinger Schreiner Madersbacher,
Bildhauer Hierndle und Maler Schalk entstanden). 1773 kam vom Landshuter Bildhauer Christian Jorhan
das an der Südwand hängende Kruzifix mit der Muttergottes dazu, das Deyrer wiederum fasste.
Zur Vervollständigung der Einrichtung ließ man 1776 die beiden Seitenaltäre
aufstellen, die aus der Zusammenarbeit von Schäffler, Deyrer und des Freisinger Bildhauers
Joseph Angerer (Statuen Joh. Bapt., Sebastian, Peter und Paul, vier Tabernakelengel) hervorgingen.
Franz Joseph Orterer, der Erdinger Gürtler, lieferte 1777 vier neue Leuchter. 1783 wurde von
Schäffler und Deyrer ein neues Heiliges Grab errichtet, das sich in seinem frühklassizistischen
Stil ebenfalls erhalten hat.
Eine alte Orgel verkaufte die Filiale 1842 nach Rappoltskirchen. der Glonner Orgelbaumeister Josef
Wagner stellte dann in Oberding ein neues Werk mit neun registern auf, das 1934 durch das jetzige
der Firma Hans Eisenschmid (München) mit 12 Registern bei zwei Manualen ersetzt wurde.
Von der Glockengeschichte bleibt zu berichten, dass neben der 1755 bei Ernst in München
umgegossenen Glocke (ca. 1200 Pfund, Ton g) 1902 zwei neue von Anton Josef bachmair in Erding
gegossen wurden (2410 und 804 Pfund, Töne es und b). Damals wurde auch eine 1643 von Bernhard
Ernst gegossene Glocke eingeschmolzen. Selbstverständlich mußten auch die
Oberdinger Glocken in den Weltkriegen an den Staat abgeliefert werden. Und so hängen heute im Turm
zwei 1948 bei Czudnochowsky in Erding gegossene Euphoniumglocken. Die dritte mittlere Glocke ist die
schon erwähnte von 1755 mit der Inschrift:
A fulgure et tempestere - Libera nos Domine Jesu Christe. Fusa ab; A;B; Ernst, monarchi
Von Blitz und Ungewitter befreie uns Herr Jesu Christus; gegossen von A.B. Ernst, München
1960 stiftete Anton Lackner eine weitere, in Erding gegossene Glocke, sodass seitdem vier
Glocken die Oberdinger zum Gottesdienst rufen. Eine Innenrestaurierung erfolgte 1966,
sechs Jahre später konnte man die Aussenrenovierung durchführen.
Auszug aus einem Text von Georg Brenninger, Schröding